Das Quiz des 20. Jahrhunderts

(Noch'n Quiz? Ja, aber ein gutes...)

 

Name: Das Quiz des 20. Jahrhunderts
Art des Spiels: Brettspiel, Quizspiel
Autor: -
Verlag: Harenberg-Verlag
Erscheinungsjahr: 1997
Anzahl der Spieler: 2 - 6
Alter: ca. ab 14 Jahre
Dauer: ca. 70 - 90 Minuten
Spielmaterial: 1 Spielbrett, 1200 Quizkarten mit 6000 Fragen, 6 Spielfiguren, 60 Holzjetons, 1 Würfel
Preis: DM 34,50 (limit. Sonderpreis Adam spielt OHG, Spiele im Direktversand, Friedberg)

sonst ca. DM 89,00 (Buchhandel, Spielwarenhdlg.)

 

Dieser Tage - kurz vor der Jahrtausendwende - wird man ja geradezu überschwemmt mit Quizspielen zu den vergangenen 50, 100 oder 1000 Jahren: Da gibt es die Millennium-Edition von Trivial Pursuit, demnächst aus demselben Haus die '50 Jahre Bundesrepublik Deutschland'-Ausgabe etc. Das Quiz des 20. Jahrhunderts aus dem Buch- und Lexikonverlag Harenberg reiht sich in diese Reihe ein und ist doch in vielem ein bisschen anders als Trivial u. Co.:

Der erste Unterschied fällt gleich ins Auge: Auf dem Spielbrett ist ein ovaler Parcours, ähnlich einer Stadionbahn, mit Start und Ziel zu sehen. Wie sollte es anders sein, beginnt man die Reise durch's Jahrhundert im Jahr 1900 und setzt alles dran, möglichst als erster das Jahr 2000 (genau) zu erreichen.

Auch die 1200 Quizkarten zu 6 Wissensgebieten sind auf positive Weise anders gestaltet als beim Parker-Konkurrenten: Auf der Vorderseite sehen wir ein Farb- oder Schwarz-Weiß-Photo bedeutender Persönlichkeiten und Ereignisse oder anderer interessanter Zeitdokumente. Ebenfalls ersichtlich ist die Jahreszahl, in der die Aufnahme entstanden ist. Rund um das Thema der Abbildung sind auf der Rückseite 5 Fragen aufgelistet.

Ein Zug läuft immer nach folgendem Muster ab: 1. Karte auswählen, 2. Jetons setzen, 3. mit dem Würfel die Nummer der zu stellenden Frage (1-5) ermitteln, 4. Frage spontan oder mit Hilfe beantworten, 5. Spielfigur ziehen.

In der Spielfeldmitte liegen immer 6 Karten mit der Photoseite nach oben zur Auswahl bereit. Hieraus wählt sich jeder Spieler zu Beginn seines Zuges eine aus. Zum Vorankommen wird nicht der beiliegende Würfel benutzt; vielmehr entscheiden zwei andere Mechanismen über die Weite des Zuges:

a) Mit Jetons der Werte 3, 5 oder 10 schätzt (insges. max. 15 Punkte) man sich selbst ein, welches Feld man wohl am Ende des Zuges erreicht haben wird, und legt dort die Jetons ab.

b) Auch der Modus zur Beantwortung ist neu: Nachdem eine Frage gestellt wurde, kann man auswählen, ob man diese spontan beantworten oder aber sich drei alternative Antworten nennen lassen will, um aus diesen die richtige zu 'erraten'. In beiden Fällen gewinnt man bei richtiger Antwort die Quizkarte.

Den Wert der gesetzten Jetons multipliziert man mit 1, wenn man die Frage nur mit Hilfe beantworten konnte, oder aber mit 2, wenn man spontan richtig geantwortet hat.

Beispiel: Ich wähle z.B. eine rote Karte mit James Dean darauf aus. Wähne ich mich als richtiggehender Experte in diesem Thema, gehe ich wagemutig davon aus, die Frage spontan richtig beantworten zu können. Daher setze ich meine (z.B.) 5 Jetonpunkte zehn (= 5x2) Felder weiter. Erreiche ich tatsächlich das angepeilte Feld, darf ich meine Jetons wieder einsammeln, und der eigene Vorrat daran hat sich nicht verschmälert. Wenn nicht, sind die gesetzten Chips erstmal verloren und werden von dem Glückspilz eingesammelt, der als nächster auf dieses Feld kommt.

Ansonsten gibt es beim Quiz des 20. Jahrhunderts gelbe Glücks- (z.B. 1989, Mauerfall) und graue Unglücksfelder (Kriegsjahre). Auf ersteren kann man lukrative Bonusrunden einläuten; bleibt man auf letzteren hängen, kommt man nur im Schneckentempo voran, da das Wetten mit Jetons nicht erlaubt ist. Risikorunde und Jokerzahl beim Würfeln seien hier als weitere Elemente auch noch genannt. Im Zieleinlauf sollte man 4 von 6 verschieden farbigen Quizkarten gesammelt haben, sonst droht ein Zurücksetzen auf 1975.

Fazit:

Eine echte Alternative zu Trivial Pursuit, die in vielerlei Hinsicht mehr Spielspaß bereitet: Die Photokarten bringen buchstäblich Farbe ins Spiel. Die Fragen sind ausgewogen, gut recherchiert und anspruchsvoll. Darüber hinaus ist der Vorrat an Fragen sehr groß. (Vgl. hier 6000 zu 1200 Fragen bei Trivial Pursuit "Millennium Edition"!) Vielfältige Extras wie Bonusrunden etc. bescheren wesentlich mehr Abwechslung als Trivial und andere.

Das Wetten mit Jetons ist eine zusätzliche Schwierigkeit und stellt einen ständig vor die Frage: Schnell vorankommen oder doch lieber Jetons sparen, um nicht in den 80ern plötzlich auf dem Trockenen zu sitzen?

Also: Bei o.g. Sonderpreis gibt's nur eins: Zugreifen!!!

Spannung: Note 2 Interaktion: 2 Anspruch: 1 Action: 3 Taktik: 2
Eignung f. 2 Spieler: 2- Ausstattung: 1-

Gesamturteil: 2 +

© rezensiert von Barbara Geißler

April 1999

Quelle der Grafik: Harenberg-Verlag, Düsseldorf

Weitere Infos unter http://www.harenberg.de