LUDING

Kanaloa


Vor beinahe einem Jahrzehnt erschien bei einem Kleinverlag ein Spiel unter dem unaussprechlichen Namen "Arabana Ikibiti". Das Spiel war nicht schlecht, doch wenn es sich jemand kaufen wollte, da er gerade in irgend einer Spezialzeitschrift darüber gelesen hatte, dann hatte er den Namen üblicher Weise längst vergessen, bis er schließlich im Geschäft danach fragte: "Arkabina Ikebati", "Arakbana Ikibuti" und "Abrakata Ikubundi" waren einfach unbekannt.

Im Jahre 1998 schließlich wurde es von der Firma Kosmos und dem Namen "Kahuna" herausgebracht. Auch da wusste niemand so wirklich, was das heißen sollte. Doch zumindest gibt es die österreichische Merkhilfe "ka Hunga", was nichts anderes als die stenographische Kurzform von "Danke vielmals, ich habe keine Hunger!" bedeutet.

Inzwischen hat das Spiel neuerlich die Firma gewechselt und wurde etwas adaptiert. Es heißt nun "Kanaloa", was man sofort mit dem kaputten Kanalsystem einer Großstadt ("Kanal oha!") in Verbindung bringt. Wer sich nun bereits wegen einer möglichen Geruchsbelästigung Sorgen macht, dem kann man getrost versichern, dass "Kanaloa" völlig geruch- und geschmacklos ist!

Ziel des Spieles ist es, auf dem Spielbrett zwischen sechzehn Inseln mit Hilfe von Stäbchen in der jeweiligen Spielerfarbe Verbindungen in Form von Brücken herzustellen. Wer dabei die Mehrheit auf einer Insel mit seinen Brückenstäbchen hat, setzt als Zeichen der Überlegenheit einen Markierungsstein dorthin. Für den Brückenbau gibt es 48 Karten, die anzeigen, wo man bauen kann. Zusätzlich gibt es auch noch Göttersteine, welche auf die Inseln gelegt werden können und dann Spezialaktionen ermöglichen. Sobald alle Karten verbraucht sind, kommt es zur ersten Wertung, wobei es hier Punkte für jeden "Inseldominator" gibt. Danach wird der Kartenstapel ein zweites Mal durchgespielt, es kommt zu einer zweiten Wertung und danach steht der eigentliche Sieger fest.

"Kanaloa" ist in vielen Bereichen seinen Vorgängern ähnlich, wenngleich der Spielreiz durch die Möglichkeit, auch zu dritt und zu viert zu spielen, deutlich erhöht werden konnte. Auch die Götterchips gab es zuvor nicht und auch sie sind eine wirkliche Bereicherung. Die Regeln beschreiben auch noch unterschiedliche Spielvarianten, die alle einen Versuch wert sind.

Birgit und Peter Költringer

Titel

Kanaloa

Hersteller

Tilsit Collection

Erfinder

Günter Cornett

Design

Carsten Fuhrmann

Spieldauer

60 - 90 Minuten

Spieler

2 - 4, ab 10 Jahren

Kategorie

Taktikspiel mit Glücksfaktor

Preis

ca. 33,0 Euro

Bewertung:

Regelgestaltung

6

Ausführung

5

Verarbeitung

5


Copyright Peter und Birgit Költringer 2005

Dieser Spieletest wurde von Univ.Prof.Dr.Peter und Birgit Költringer geschrieben und beinhaltet daher auch ihre eigene Meinung. Er erscheint auch in ihrer wöchentlichen Spielerezension in den Salzburger Nachrichten (http://www.salzburg.com/sn). Eine Verbreitung ist unter Quellenangabe gestattet, sofern die Autoren, die Erscheinungsquelle und die Rezension nicht verändert wurde und weiters die Autoren davon Kenntnis und ein Belegexemplar erhalten.

Die Autoren haben mit keinem Spielzeughersteller berufliche Verbindungen und sind völlig unabhängig. Anfragen sind über EMail an spiele.koeltringer@utanet.at zu richten.